Es begab sich zu einer Zeit, zu der in unserem schönen Geesthacht unrunde Bälle nicht nur sehr selten waren, sondern auch für sehr kaputt gehalten wurden. Der schon 1962 nicht mehr ganz junge Peter K. erinnerte sich nur zwanzig Jahre später an seinen sagenumworbenen Einsatz in der deutschen Rugby-Nationalmannschaft während eines Länderspiels gegen Belgien. Von den Gedanken an diese Glanzzeiten motiviert, begann er, Jünger um sich zu versammeln. Er lehrte sie das Spiel mit dem Lederei und organisierte sie in der Turnabteilung des Vereins für Leibesübungen, welche von seinem liebreizendem Weibe regiert wurde. |
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Diese Verbindung war es, die uns -widerwillen- selbst zu so einer Art Turnern machte. Wir reisten unter anderem zu Deutschen Turnfesten nach Berlin und Dortmund, wo wir gegen Böcke sprangen, Strecksprünge hüpften und über Bodenmatten rollten, wie es die Turnerwelt noch nicht gesehen hatte. Auch die Reisen zu Geesthachts Verschwisterungsstädten nach Oldham/Chadderton(GB) und Plaisir(F) werden uns unvergesslich bleiben. Hier wurde dann auch Rugby gespielt, oder besser, wir gewannen einen Eindruck welche Möglichkeiten dieses Spiel noch für uns bereit hielt. |
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Im Jahre 1990 kam es zum Bruch mit der Kummeranze. Seine diktatorischen Anwandlungen und unsere Verständnislosigkeit für cholerische Anfälle mögen hierfür ausschlaggebend gewesen sein. Eventuell war es auch die Tatsache, dass es während einer Turnfest-Parade zwölf Freiwillige gab, die auf´s Gepäck aufpassen wollten, aber keinen, um die scheiß Fahne zu tragen. Durch den Ausstieg eines Einzelnen verlor das Team seinen Gründer, Trainer und Manager zugleich. Wir standen vor dem Aus! |
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Auf einer vorerst abschließenden Kriesensitzung in der Querstraße wurden bei einer Tasse Bier und Betroffenheitsstimmung die Trikots verschenkt und die Mannschaftskasse aufgeteilt. Dieses Szenario wurde die Bühne eines Spielers, der erst drei Jahre zuvor dem Team beigetreten war. Er brachte die meisten der Jungs wieder zusammen, organisierte fortan die Mannschaft und gründete wenige Zeit später die Rugbyabteilung des VfL. Trotz dieses Aufschwungs konnten viele Sportfreunde immer seltener überredet werden, an unserer Seite zu kämpfen. | |
In den Folgejahren konnten wir die Mitgliederzahl der Abteilung vervierfachen. So existierten mittlerweile auch ein Jugend- und ein Mädchenteam. Wir mußten aber immer wieder, meist durchs Studium bedingt, Leistungsträger zu Clubs wie Berliner SC, PSV Braunschweig, Adler Kiel, Hamburger RC und dem Hamburg Exiles RFC abgeben. Als 1997 auch noch der Neugründer den Verein verließ und der langjährige Team-Kapitän zur passiven Mitgliedschaft überging, blieb aus dem Kreise der heutigen Alten Herren nur noch ein einziger Spieler dem Club erhalten. Dieser übernahm dann auch die Leitung der Sparte. |
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Viele, viele Monde später wurde aus sentimentalen Gründen ein Wiedersehen organisiert. Als Schauplatz diente die Siebener-Meisterschaft des Rugbyverbandes Schleswig-Holstein, welche im Jahre 2002 in Geesthacht statt fand. Schnell war ein Team aus den "Alten" geformt, dass an diesem Turnier teilnahm. Somit waren die Geesthacht Old Boys geboren, welche seither einmal im Jahr zusammenkommen, um wieder miteinander zu spielen. |
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